Online: K+S AG und die Werra

Seit vielen Jahren ist das Thema der Salzeinleitung in die Werra durch den Bergbaukonzern K+S AG, früher Kali und Salz AG, für die Bürger der Wartburgregion präsent. Häufig in Politik und Interessengemeinschaften diskutiert, scheint das Thema endlos.

Nachdem über mehrere Jahre hinweg Bewirtschaftungspläne im Sinne von Natur und Mensch beschlossen sowie umgesetzt wurden, ist nun seitens der K+S AG im April 2020 der Antrag auf Erhöhung der Salzeinleitung in die Werra gestellt wurden. Ein Antrag, der die positiv eingeschlagene Renaturierung der Werra gefährdet. Doch was macht die Thematik so speziell? Wie hat sich überhaupt das Ökosystem Werra in den vergangenen entwickelt? Mit welchen Folgen ist bei einer Genehmigung des Antrags der K+S AG zu rechnen?  

Diese und viele weitere Fragen möchten wir gerne in einer Online-Veranstaltung mit

  • Stephan Gunkel – Dipl.-Ing. (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz sowie Geschäftsführer vom Flussbüro Erfurt
  • Laura Wahl – Abgeordnete im Thüringer Landtag (Grüne Landtagsfraktion Thüringen) und Sprecherin für u. a. Umwelt und Naturschutz
  • einer Vertreter*in vom Ortsverband BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN Hann Münden sowie
  • Andreas Hundertmark – Sprecher des Regionalverbands BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN Wartburgkreis/Eisenach klären und diskutieren.

Beginn der Online-Veranstaltung ist am 09.11.2020, um 18:30 Uhr. Die Zugangsdaten werden auf Nachfrage mitgeteilt, dazu bitte einfach eine Nachricht an uns bei Facebook schreiben oder per E-Mail an kontakt@gruene-wartburgkreis-eisenach.de. Der Zugang ist grundsätzlich mit einem internetfähigen Endgerät möglich.

Online: Grüne Mobilitätsperspektiven für die Wartburgregion mit Laura Wahl (MdL)

Wir haben viel vor.

Am Mittwoch, dem 18.11.2020 um 19:00 Uhr wird unsere Verkehrspolitische Sprecherin, Laura Wahl (MdL) im Grünen Büro in der Karlstraße 5 in Eisenach zu Gast sein. Sie wird hautnah aus dem Landtag sowie von einer Studie zur grünen Mobilitätsgarantie berichten. Außerdem wird sie  über den aktuellen Stand zur Reaktivierung der Werratal-Bahn zwischen Suhl und Coburg berichten.

Kommt vorbei und diskutiert mit uns über Schiene, Bus und ÖPNV in der Wartburgregion.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei, wir bitten jedoch um eine Voranmeldung bis zum 17.11.2020, da wir aufgrund der Hygienebedingungen nur maximal 16 Menschen an diesem Abend begrüßen können.

ACHTUNG: ÄNDERUNG DES FORMATS

Wir werden diese Veranstaltung online durchführen. Aus diesem Grund bitten wir bis zum 17.11.2020 um eine kurze Nachricht an eisenach@madeleine-henfling.de oder an kontakt@gruene-wak-ea.de. Wir senden dann die Einwahldaten.

30 Jahre Wiedervereinigung

Am Tag der deutschen Einheit wanderte der Thüringer Justizminister Dirk Adams (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Gedenkstätte Point Alpha am Grünen Band und am „Weg der Hoffnung“ rund um Geisa. „Der Tag der deutschen Einheit ist ein Tag der Freude“, sagt Adams angesichts des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung. „Bei allen Problemen und Schwierigkeiten können wir auf eine positive Entwicklung zurückblicken und die Zukunft optimistisch angehen.“

Adams hatte 1989/90 die friedliche Revolution in der DDR miterlebt und war unter anderem an der Besetzung der Stasi-Zentrale in Erfurt beteiligt. „Das große und die verschiedenen Gruppen einigende Ziel war die Freiheit“, so Adams. „Wir können heute Meinungsfreiheit, Freizügigkeit, freie Religionsausübung und andere Vorzüge einer freiheitlichen Gesellschaft genießen. Das ist gut. Aber wir sollten uns auch dessen bewusst sein, dass sie keine Selbstverständlichkeiten sind. Wir müssen immer wieder für die Bewahrung der bürgerlichen Rechte einstehen.“

Adams betont auch, dass die Menschen aus der ehemaligen DDR große Herausforderungen bewältigt haben. „Die Biografien wurden gebrochen, Lebensleistungen in Frage gestellt. Für Viele kam das Gefühl hinzu, übergangen zu werden. Und große Teile einer Generation gingen aus der Heimat in den Westen“, so Adams. „Mit den Folgen dieser Entwicklungen haben wir heute noch zu kämpfen, aber wir sind auf einem guten Weg. Bei allen Schwachpunkten: Thüringen ist dabei, sich wirtschaftlich zu etablieren. Und auch das sollten wir am Tag der deutschen Einheit anerkennen.“

Wandergruppe am “Weg der Hoffnung” am Grünen Band

Karin Kowol, Projektleiterin beim BUND Thüringen, berichtete von den Anfängen des Projektes Grünes Band. Schon fast ein Jahr vor der Wiedervereinigung, einen Monat nach dem Mauerfall startete das erste grenzüberschreitende Naturschutzprojekt. Auf Einladung des BUND trafen sich Naturschützer aus der BRD und der DDR, um über Probleme und Chancen des Natur- und Umweltschutzes und damit auch über die eigenartige Beobachtung zu sprechen, dass ausgerechnet der menschenfeindliche Todesstreifen eines der letzten Refugien seltener Arten geworden war. Sie verabschiedeten eine Resolution zum Schutz dieses Grünen Bandes und arbeiteten seitdem intensiv gemeinsam daran, aus dem Todesstreifen eine verbindende Lebenslinie zu gestalten, eine Schatzkammer der Artenvielfalt und eine Erinnerungslandschaft, in der man sich gegenseitig seine Geschichten erzählen und gemeinsam die Zukunft gestalten kann.

v.l.n.r. Markus Hundertmark, Roland Schel, Dirk Adams, Andreas Hundertmark

Kreistagsmitglied und Naturfotograf Andreas Hundertmark (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) führte die Tour, an der rund 30 Personen aus Hessen und Thüringen, darunter der hessische Landtagsabgeordnete Markus Hofmann, teilnahmen. An verschiedenen Punkten wurden Geschichten zu Geisa, zur Friedlichen Revolution in der Rhön und zum Leben im ehemaligen Sperrgebiet erzählt. Hundertmark berichtete von seinem Leben als katholischer Jugendlicher in der Rhön, ersten Kontakten im Herbst 1989 zum Neuen Forum über katholische Jugendliche aus Suhl, den ersten Demonstrationen in Eisenach und den Friedensgebeten in Geisa, an denen er teilnahm. „Es ist wichtig, immer wieder an diesen Teil unserer Geschichte zu erinnern. Auch wenn auf Grund der immer noch vorhandenen unterschiedlichen Lebensverhältnissen die Einheit noch lange nicht vollendet ist, feiere ich dankbar 30 Jahre Deutsche Einheit.“

Die Bündnisgrünen der Wartburgregion wünschen viel Erfolg

Heute finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Die Mitglieder unseres Partnerkreisverbandes im Landkreis Paderborn haben in den letzten Wochen viele Veranstaltungen und Infostände organisiert. Auch bündnisgrüne Mitglieder aus der Wartburgregion waren zur Unterstützung an einem Wochenende dabei. Im letzten Jahr halfen uns Mitglieder aus Paderborn im Landtagswahlkampf. Daraus sind nicht nur ein regelmäßiger Austausch, sondern auch Freundschaften entstanden. „Uns haben die sehr gute Stimmung der Kandidat*innen, aber auch die vielen positiven Reaktionen am Infostand sehr beeindruckt. Die professionell vorbereitete Diskussionsveranstaltung mit Oliver Krischer und Klaus Schröder, für die es auch einen Livestream gab, hat mir besonders gut gefallen“, sagt unser Sprecher Andreas Hundertmark.

Über unsere Facebookseite haben wir mit bescheidenen Mitteln in den letzten Wochen den Wahlkampf in Paderborn unterstützt. Wir wünschen unseren Freund*innen im Kreis Paderborn und in ganz NRW viel Erfolg. Insbesondere hoffen wir für Norika Creuzmann als Landratskandidatin und Klaus Schröder als Bürgermeisterkandidat für Paderborn auf ein sehr gutes Ergebnis.

„Stadt-Mensch-Klima“ – STADTRADELN Eisenach 2020

Die Eisenacher Bündnisgrünen machen auch in diesem Jahre wieder beim Stadtradeln mit. Die Stadt Eisenach nimmt vom 02. September bis 22. September 2020 am STADTRADELN (https://www.stadtradeln.de/eisenach/) teil. Alle, die in der Stadt Eisenach wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine (Hoch-)Schule besuchen, können beim STADTRADELN mitmachen. In Eisenach haben sich bisher 23 Teams registriert, mit 97 Radelnden. Wir laden unser Mitglieder ganz herzlich ein, dem Team „Stadt-Mensch-Klima“ beizutreten. Ein TEAM für alle

– die etwas für unser Klima tun wollen

– die eine Verkehr-Wende, hin zum Fahrrad, mit voran bringen wollen

– die Ihre Heimat-Stadt Eisenach mit dieser schönen Umwelt lieben

– die unsere Wälder wieder genießen wollen

– die Spaß am Radeln haben !

Radfahren wird für die Menschen wieder attraktiver aber nur von den Vorteile des Radfahrens zu erzählen reicht nicht. Sich selbst aufs Rad zu schwingen und 21 Tage Radfahren, kann durchaus überzeugend sein. Mit dem Fahrrad unterwegs sein, ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz sondern fördert auch aktiv die eigene Gesundheit.

Fahrradstellplatz am Bahnhof der Fahrradstadt Münster

Wir unterstützen ausdrücklich das Ziel, mehr Menschen davon zu überzeugen, dauerhaft vom Auto aufs Rad umzusteigen. Dazu braucht es eine gute Radinfrastruktur um sicher und schnell ans Ziel zu gelangen. Auch Eisenach kann und muss noch fahrradfreundlicher werden. Dafür setzen wir uns ein.

Bitte meldet Euch bald an, beim TEAM: Stadt-Mensch-Klima. Bitte macht mit, und ladet auch Alle anderen (Familie, Freunde und Bekannte) dazu ein. Eine Anmeldung ist bis zum Ablauf der Aktion möglich.

„Salz gehört in die Suppe, nicht in die Werra“

„Salz gehört in die Suppe, nicht in die Werra“ war bereits 2015 auf Plakaten der Ländereinigung Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Werra-Weser zu lesen, welche sich länderübergreifend für ein nachhaltiges Flussgebietsmanagement zusammengeschlossen hatte. Die FGG konnte bereits in der Vergangenheit mit ihrem Bewirtschaftungsplan erheblich zur Minderung der Salzeinleitung in die Werra durch K+S beitragen. Zudem war es durch die Bestrebungen der FGG möglich, ein in Dezember 2009 anstehendes Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union gegen die Bundesrepublik Deutschland, auf Grund von Verstößen gegen die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, abzuwehren. Ohne eine durch den FGG erwirkte Kehrtwende in diesem Bereich, hätten die aus dem Verfahren zu erwartenden Strafzahlungen eine enorme Belastung für den Steuerzahler bedeuten können. Federführend in der FGG wurde 2015 durch unsere Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund, mit der Fassung eines Bewirtschaftungsplanes zur Minderung der Salzbelastung in der Werra, wesentlich zum Umwelt-schutz unserer Region beigetragen.

Abraumhalde des Kalibergbaus zwischen Unterbreizbach und Philippsthal

Mit Entsetzen musste nun der Regionalverband Bündnis 90/Die Grünen Wartburgkreis / Eisenach zur Kenntnis nehmen, dass im Rahmen der Fortschreibung des Bewirtschaftungsplans 2015-2021 für den Zeitraum 2022-2027 durch den FGG seitens K+S ein Antrag zur Erhöhung der Salzeinleitung in die Werra gestellt wurde. Der grüne Regionalverband Wartburgkreis / Eisenach positioniert sich ganz entschieden gegen eine Erhöhung der Salzeinleitung in die Werra. Wir fordern von K+S die konsequente Umsetzung der bestehenden Pläne zur Salzreduzierung in der Werra und appellieren hierbei an die jeweiligen, teils grünen, Ländervertreter in der FGG. Durch die bereits in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen wurde einer erheblicher Beitrag zum Umweltschutz und damit einhergehend für einen guten ökologischen und chemischen Zustand der Werra und somit unserer Region und Heimat geleistet.

Der grüne Regionalverband Wartburgkreis / Eisenach folgt uneingeschränkt den Ausführungen der Thüringer Landtagsabgeordneten Laura Wahl, dass bei den Fortschreibungen der Bewirtschaftungspläne bis 2027 keinesfalls von den bisher gültigen Zielwerten zur Minderung der Salzeinleitung abgewichen werden darf.

Natura 2000 – Artenschutz vom Hainich bis zur Rhön

In der vergangenen Woche war unsere Landtagsabgeordnete Laura Wahl unterwegs auf ihrer Sommertour unter dem Titel “Artenschutz – Natura 2000”. Dabei besuchte sie auch Natura-2000-Stationen in der Wartburgregion. In unserer Region sind gleich 2 Stationen: die Station Unstrud-Hainich und die Station Rhön. Für unseren Sprecher des Regionalverbandes Andreas Hundertmark ein guter Anlass Laura zu begleiten.

Die Wartburgregion besitzt mit dem Biosphärenreservat Rhön im Süden und dem Nationalpark Hainich im Norden Schutzgebiete von weltweiter Bedeutung. Die Natura-2000-Stationen leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Schutz von Flora und Fauna nicht nur in diesen Schutzgebieten. Die Mitarbeiter*innen sind als Ansprechpartner*innen für Landnutzer*innen, welche zahlreiche Fragen rund um die Bewirtschaftung in Natura-2000-Gebieten und in Lebensräumen gefährdeter Arten haben, unerlässlich.“

Junge Gelbbauchunke

Martin Burmeister, Mitarbeiter der Station Unstrud-Hainich, stellte das Projekt zum Schutz der Gelbbauchunke vor. Die Bestände der Gelbbauchunke sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ziel des Projektes ist die Sicherung der bestehenden Bestände in Westthüringen sowie der Aufbau von Quellpopulationen zur Wiedervernetzung, z.B. durch die Anlage von Kleinstgewässern. Eines dieser Kleinstgewässer wurde im Anschluss erkundet. Dabei konnten einige junge Unken beobachtet werden. Beim Besuch in der Rhön stand eine Streuobstwiese im Mittelpunkt. Besonders eindrücklich war dabei der Austausch mit einem Betreuer dieser Wiese. Er berichtete, dass sich die Erntezeit der Früchte durch den Klimawandel teilweise bereits um einen Monat nach vorne verschoben hat. Die Obstbäume leiden unter der Trockenheit und viele können wohl langfristig nicht erhalten werden.

Auf einer Streuobstwiese in der Rhön

Die Natura-2000-Stationen sind für den Naturschutz in Thüringen unverzichtbare Akteure geworden. Die Mitarbeiter*innen setzen Naturschutzmaßnahmen vor Ort um, informieren und beraten Landnutzer*innen zu diesem Thema und bringen durch Fördermittelaquise finanzielle Ressourcen in die meist ländlichen Regionen. Somit sorgen sie dafür, dass der Naturreichtum in den Flora-Fauna-Habitaten Thüringens, die rund 17 Prozent der Landesfläche ausmachen, erhalten bleibt. Das 2016 vom Thüringer Umweltministerium initiierte, in Deutschland einmalige Netzwerk der Natura-2000-Stationen muss über den Projektzeitraum 2023 hinaus verstetigt werden. Denn Naturschutzarbeit ist nur nachhaltig, wenn Maßnahmen wie beispielsweise der Erhalt von Streuobstwiesen oder die Schaffung von Lebensräumen für die Gelbbauchunke langfristig umgesetzt werden können. […] Angesichts des dramatischen Artensterbens und der Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, wollen wir als Grüne Landtagsfraktion außerdem weitere Stellen in den Natura-2000-Stationen ermöglichen. Ich habe riesigen Respekt vor der Fülle an Aufgaben, die die Mitarbeiter*innen vor Ort tagtäglich erledigen. Ich bin mir sicher, dass jede weitere Stelle eine gute Investition in die Zukunft unserer Natur in Thüringen und damit in unsere Lebensgrundlagen ist,” so Laura Wahl als Fazit ihrer Tour.

Völkerschau und Reichskolonialdenkmal

Stadtführung mit Abstand

Den Mittwochabend nutzte “unsere” MdL Madeleine Henfling, um sich auf ihrer Sommertour über Aspekte der kolonialen Vergangenheit Eisenachs zu informieren. Dr. Juliane Stückradt begleitete unsere Gruppe durch die Eisenacher Südstadt und die koloniale Stadtgeschichte seit 1900.

Ausgehend von der Hochzeit des Kolonialismus im Kaiserreich ab 1884 führte sie kompetent durch Aspekte wie die zeitgemäße Kolonialaffinität des Großherzogs Carl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach, die Anwesenheit und Aktivitäten regionaler und nationaler kolonialer Vereinigungen im Eisenach der Kaiserzeit und letztlich dem Bruch in der Entwicklung Eisenachs durch den Verlust der Kolonien nach 1918. Schon in dieser Zeit sind koloniale Völkerschauen im Mariental verbürgt.

Aber viel interessanter waren die Fakten, welche uns Dr. Juliane Stückradt auf der Fedora-Promenade im Johannistal bis zur ehemaligen Waldgaststätte “Waldschänke” nahe brachte:

Beginnend bei dem Vorhaben eines “Reichskolonialdenkmals” in der Ludwigsklamm unterhalb der Herzogseiche aus den 30er Jahren zogen sich ihre Ausführungen bis zu einer durch den damaligen Besitzer der “Waldschänke” organisierten Kolonial- und Völkerschau im Jahre 1927.

Fotos bezeugen

eine interessante Runde

Dr. Juliane Stückradt

Annoncen anno 1927

 

 

 

 

 

Diese letztlich nicht erfolgreiche Veranstaltung zeigte zum einen, wie 1927 ethnische Klischees, ein Bildungsanspruch und die Erinnerung an eine “glorreiche” Vergangenheit aufeinander trafen. Dr. Stückradt gelang es im Rahmen ihrer Forschungen, einzelne Namen und damit auch teilweise Biografien sichtbar zu machen. Im Unterschied zu Völkerschauen vor 1918 zeigte sich ein Unterschied  bei den Protagonisten. Sie sind jetzt in Mitteleuropa lebende Menschen einer Biografie, welche sie zwang, ihren Lebensunterhalt mit dieser Form der “Folkloristik” zu bestreiten. Es zeigte sich, dass Menschen, die auf den Fotos, die sich bis heute erhalten haben, zu sehen waren, noch bis vor Kurzem lebten.

Am Ende der Veranstaltung waren allen klar, dass es immer noch Aspekte der Eisenacher Stadtgeschichte gibt, die nicht oder nur ungenügend erforscht und damit auch aufgearbeitet werden müssen. Wir danken Dr. Juliane Stückradt für diesen Erkenntnisgewinn.

 

Was lange währt… unser Klimaantrag

Am 10.09.2019 wurde auf Initiative der grünen Eisenacher Stadtratsfraktion gemeinsam mit der Linken und der SPD der Antrag “Ausrufung des Klimanotstandes und Umsetzung erster Maßnahmen” als Vorlage 0070-AT/2019 in den politischen Ablauf eingebracht.

Jetzt, nach 308 Tagen, am 14.07.2020 hat der Eisenacher Stadtrat den im Laufe der Zeit konkretisierten Antrag angenommen. Wir danken der Linken, der SPD, der CDU und dem BfE, die zum Gelingen dieses Antrags beigetragen haben.

Kern des Antrages sind 25 Maßnahmen, welche Eisenach helfen werden, zu einer “klimaneutralen Stadt zu werden und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten”.

Der Link zum Antrag im Ratsinfosystem der Stadt Eisenach und seiner Geschichte im Stadtrat findet sich hier:

https://ris.eisenach.de/bi/vo0050.php?__kvonr=6329

Reaktivierung der Bahnstrecke Vacha – Gerstungen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz pro Schiene legten in der letzten Woche eine Neuauflage der Reaktivierungsvorschläge für Bahnstrecken vor. Mit der Reaktivierung von Bahnstrecken wird Personen- und/oder Güterverkehr auf zuvor stillgelegten Gleisen wieder aufgenommen. Neu mit dabei auf der Liste ist auch eine Strecke im Wartburgkreis.

Die Verbindung zwischen Vacha und Gerstungen wird auch Werratalbahn genannt und bestand von 1905 bis zum Mauerbau 1962. Der bündnisgrüne Regionalverband in der Wartburgregion begrüßt ausdrücklich diesen Vorschlag der Verbände die Strecke wieder zu nutzen.

Vor allem die deutsche Teilung führte zur fast vollständigen Stilllegung der Strecke. Nur ein Teilstück wurde vom K+S Konzern noch genutzt. Dieser Teil wurde in den letzten Jahren verstärkt ausgbaut. Ende 2020 wird es wieder eine durchgehende Schienenverbindung zwischen Vacha und Gerstungen geben, die vom K+S-Verbundwerk Werra zum Transport von Schlacke für die Abdeckung der Salzhalden genutzt werden soll.

Auch die Bahnstrecke Bad Salzungen – Vacha war einige Jahre stillgelegt. Sie wird heute wieder für den Gütertransport genutzt. Der Personenvekehr ist aber seit 2001 eingestellt. Mit der Verbindung nach Gerstungen macht auch der Personenverkehr zwischen Bad Salzungen und Vacha wieder Sinn.

“Dadurch bekämen die Gemeinden im Werratal eine attraktive Verkehrsverbindung in die Kreisstadt. Gemeinden mit einem Bahnanschluss sind für die Bevölkerung und die Wirtschaft attraktiver. Die Eisenbahn bringt mehr Lebensqualität in ländliche Regionen und schafft Flexibilität”, sagt Andreas Hundertmark, Sprecher der Grünen in der Wartburgregion.

Eine Reaktivierung von Eisenbahnstrecken bedeutet keine Absage an den Busverkehr. Eine Eisenbahnstrecke führt vielmehr zu einer Belebung des gesamten ÖPNV. Der Busverkehr muss auf den Bahnverkehr abgestimmt werden.

“Auch abseits der ICE-Stecken brauchen wir künftig mehr Schienenverkehr. Nur so werden wir die Klimaschutzziele im Verkehrsbereich erreichen können. Die Belebung der Strecke ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Verkehrswende”, so Hundertmark.